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Leopardgecko
Eublepharis macularius
Gray 1827
 
 
1. Vorüberlegungen

Bevor man sich Reptilien anschafft, sollte man sich einiges gut überlegen. Viele Reptilien werden sehr alt und haben besondere Ansprüche an ihre Umgebung (Terrarium) und klimatischen Verhältnisse.
Zu den Anschaffungskosten für die Tiere, das Terrarium, Beleuchtung, Beheizung, Inneneinrichtung etc. ... muss man noch die laufenden Kosten wie Futtertiere und Strom, sowie zusätzlich für Kotuntersuchungen, Tierarztbesuche und Medikamente hinzurechnen.
Man muss sich außerdem darüber im klaren sein, dass Reptilien keine ‚Kuscheltiere' sind, die ‚gestreichelt' werden möchten. Sie sollten so selten wie möglich angefasst und eher wie ein Aquarium mit Fischen behandelt werden. Das Hobby des Terrarianers besteht daraus, den Tieren ihre ursprüngliche Heimat möglichst genau nachzustellen und sie zu beobachten.
Weiterhin ist zu überlegen ob das Umfeld, - also Eltern, Frau, Mann, Mitbewohner etc. ...- mit der Reptilienhaltung einverstanden ist. Denn man muss auch bedenken ,dass der Großteil der Reptilien nur lebende Insekten als Kost annimmt.


1.1 Anschaffung

Die beste Quelle für den Reptilienerwerb stellen meist private Züchter dar. Sie haben oft jahrelange Erfahrung und können den ein oder anderen Tipp geben. Außerdem kann man sich die Tiere und den Zustand ihrer Terrarien bzw. der Elterntiere vor Ort anschauen.
Die Tiere im Zoohandel sind oft Wildfänge, welche meist parasitär belastet und krank sind. Man bedenke, dass Tiere im Großhandel bzw. auch im Geschäft, reichlich Kontakt zu anderen, möglicherweise kranken Exemplaren haben und die Ansteckungsgefahr recht hoch ist. Außerdem stehen sie durch die notdürftigen, meist unzureichenden Bedingungen in Zoogeschäften unter Stress und sind dementsprechend geschwächt. Preislich sind die Tiere im Fachhandel deutlich teurer als vom privaten Züchter.
Ein gesunder Leopardgecko sollte einen prallen, aber nicht verfetteten Schwanz haben, keine Häutungsreste aufweisen und einen "lebendigen" Eindruck machen. Apathische Tiere sollten nicht gekauft werden. Vor dem Einsetzen in das eigentliche Terrarium sollten die Tiere 4-8 Wochen in einem spärlich eingerichteten Quarantäneterrarium untergebracht werden. Während dieser Zeit sollte man 2 Kotproben zu einem Labor schicken (z. B.  www.exomed.de ) oder zu einem reptilienkundigen Tierarzt bringen.
Das ist wichtig um Krankheiten und Parasitosen auszuschließen. Das sollte auch mit jedem weiteren Neuzugang gemacht werden, damit von diesem keine Ansteckungsgefahr für den schon vorhandenen Bestand ausgeht. Solche Kotuntersuchungen führe ich vorsichtshalber 2 mal im Jahr durch.

2. Verhalten

Leopardgeckos sind nachtaktive Tiere. Jedoch werden sie nach einiger Zeit auch in der Dämmerung und evtl. manchmal tagsüber zu sehen sein.
Da Leopardgeckos in der Natur in großen Gruppen leben, sollte man von Einzelhaltung absehen, auch eine paarweise Haltung ist auf keinen Fall geeignet. Ein einzelnes Weibchen wird durch die ständigen Paarungsversuche sehr unter Stress gesetzt und man würde unter Umständen nicht lange Freude an dem Tier haben. Daher ist es besser 1 Männchen mit mindestens 2 Weibchen (besser 3 oder 4 und mehr) zusammenzuhalten. 2 Männchen dürfen niemals zusammen in einem Terrarium gehalten werden. Sie würden sich bis zum Tode bekämpfen.
Von Vergesellschaftungen mit anderen Arten sollte man absehen, da Leopardgeckos sehr territorial sind und keine anderen Arten tolerieren.
Generell ist es besser Reptilien getrennt nach Art in jeweils einem Terrarium zu halten, da es kaum Reptilien gibt, deren Haltungsansprüche identisch sind, die etwa gleich groß sind und sich demzufolge nicht gegenseitig stressen oder gefährden bzw. als Beutetiere ansehen.....
Bei guter Pflege werden Leopardgeckos weit über 20 Jahre alt.


Bilder: Dominik Rochna (Arnsberg)

3. Terrarium

Für 3 Leopardgeckos (1 Männchen, 2 Weibchen) sollte die Maße von LxBxH 100x40x40 cm auf keinen Fall unterschritten werden. Sollen es (auch perspektivisch) mehr Tiere werden, muss man schon die Größe 120x60x60 cm einplanen, wobei größer immer besser ist. Mit mehr Platz fühlen die Tiere sich wohler und entfalten ihre Verhaltensmuster besser, so dass der Pfleger mehr Freude beim Beobachten der Tiere hat.
Ein Aquarium eignet sich nicht zur längerfristigen Haltung von Leopardgeckos, weil in ihm zu wenig Luftaustausch möglich ist (auch ohne Deckel).Terrarien haben 2 Lüftungsflächen, eine befindet sich im Deckel oder am oberen Rand der Rückwand und eine unmittelbar über dem Bodengrund. Durch diese Lüftungen ist immer eine ausreichende Frischluftzufuhr gewährleistet und Schadstoffe/Gase verflüchtigen sich (Kamineffekt).

3.1 Einrichtung

Als Bodengrund eignet sich am besten ein Gemisch aus Lehm und Sand, welches nach dem Befeuchten hart wird. Reiner Sand eignet sich nicht für Leopardgeckos. In der Natur leben sie auf festen Böden und meiden Flächen mit feinem Sand. Die Höhe des Bodengrundes sollte etwa 8 - 12 cm betragen.
Es sollte mindestens 1 Versteck mehr als Tiere vorhanden sein, so dass sie ihre Schlafplätze nach aktuellem Bedürfnis frei wählen können. Eins der Verstecke sollte kühler und feuchter gehalten werden als die anderen. Leopardgeckos lieben enge Höhlen, bei denen sie möglichst an Seitenwänden und Decke anstoßen, so fühlen sie sich vor Feinden besonders gut geschützt und sicher.

Man kann noch Äste, Steine, Naturkork ... etc. zur Strukturierung einbringen. Wenn man die Rück- und Seitenwände als Felswand mit Vorsprüngen gestaltet, können die Tiere klettern und die Lauffläche wird nochmals vergrößert. Ein kleiner Wassernapf mit stets frischem Wasser sollte nicht fehlen.

3.2 Temperatur/Luftfeuchte

Temperatur     tagsüber: 26-30°        Nachts: ca. 20-24°C        Lokal (Boden) 35-38°

Relative Luftfeuchte: 40 - 50 % nachts etwas höher (50 - 70 %) Es ist meist ausreichend mit einer Blumenflasche gegen Abend zu sprühen. Diese Werte können ganz leicht mit handelsüblichen Thermo- und Hygrometern überprüft werden.


3.3 Beleuchtung/Heizung

Leopardgeckos benötigen eine Beleuchtung, um einen Tag-/Nachtrhythmus zu simulieren. Hierfür eignen sich zum Beispiel Leuchtstoffröhren (es reichen welche aus dem Baumarkt, man braucht keine teuren Reptilienröhren kaufen)
Eine UV Beleuchtung ist nicht notwendig, schadet aber auch nicht. Züchter berichten, dass durch regelmäßige Bestrahlung mit einer Ultravitalux die Farben der Tiere klarer sind und sie allgemein einen agileren Eindruck machen, aber nachgewiesen ist dies nicht.
Als Heizung eignen sich Spot- oder Keramikstrahler. Einer davon sollte auf eine als Sonnenplatz dienende Steinplatte gerichtet werden. Dieser Stein heizt sich tagsüber auf, die Geckos wärmen sich abends gerne daran auf. Das Ganze regelt man am besten über einen Thermostat, damit immer konstante Werte herrschen (z.B. Thermotimer oder Biotherm)
Umstritten ist der Einsatz von Bodenheizungen oder elektrischen Heizsteinen. Die Tiere graben sehr gerne, es ist unnatürlich wenn tieferliegende Bodengrundschichten wärmer sind als die darüber liegenden Schicht. Außerdem sollte man bedenken, dass die zarte Geckobauchhaut sehr empfindlich ist und die Tiere sich schnell und leicht verbrennen können. Wenn eine Bodenheizung eingesetzt wird, ist darauf zu achten, dass sie maximal 1/3 des Terrarienbodens ausmacht, damit das in der Haltung notwendige Temperaturgefälle zu realisieren ist und die Tiere sich entsprechend ihrer Bedürfnisse zurück ziehen können.

4. Winterruhe

Eine Winterruhe kommt der Gesundheit der Tiere zugute. Sie sollte ca. 10 - 12 Wochen dauern. Also z.B. von Ende November bis Ende Februar. Anfang November reduziert man langsam die Temperatur (ca. 2°C/Woche) und die Beleuchtungsdauer (1h /Woche), bis man bei 6 h Beleuchtung und 14-16°C angekommen ist. Vor der Winterruhe muss sichergestellt sein, dass der Darm der Leopardgeckos vollständig entleert ist. Deshalb frühzeitig (ca. 2-3 Wochen vor Erreichen der tiefsten Temperatur) die Fütterung einstellen.
Während der Winterruhe darf niemals gefüttert werden, aber es muss immer frisches Wasser zur Verfügung stehen. Ende Februar kehrt man den Prozess um und steigert langsam die Temperatur und Beleuchtungsdauer bis man bei den Normalwerten angekommen ist. Nach ein paar Tagen kann man den Geckos dann langsam wieder Futter anbieten. Schon bald werden die Paarungsaktivitäten beginnen.

5. Futter

Als Futter eignen sich jegliche Art von Insekten wie Steppengrillen, Mittelmeergrillen, Kurzflügelgrillen, Heimchen, Heuschrecken, verschiedene Schaben. Z. B. trächtige Weibchen dürfen auch mal eine nackte Maus (Pinky) bekommen. Auf eine vitaminreiche und gesunde Ernährung der Futtertiere ist zu achten, da dies der beste Weg ist, den Geckos wichtige Zusatzstoffe zukommen zu lassen.
Ausgewachsene Leopardgeckos können zurückhaltend gefüttert werden. Z. B. alle 3-5 Tage 2-3 große Steppengrillen oder subadulte Heuschrecken reichen vollkommen aus. Reptilien hungern bei diesem Rhythmus nicht, wir dürfen unsere Essbedürfnisse und Gewohnheiten nicht auf sie übertragen.

Selten kann man auch mal Mehlwürmer, Wachsmaden oder Zophobas (Schwarzkäferlarven) verfüttern. Das sollte man aber wirklich nur in Ausnahmefällen tun, weil diese Larven sehr fettreich sind und in Gefangenschaft gehaltene Leopardgeckos sowieso schon zur Verfettung neigen.

Wichtig ist die Futtertiere, je nach Fütterungsintervall, bei jeder 2., spätestens 3. Fütterung mit Vitaminpulver einzustäuben. Vor allem für trächtige Weibchen ist eine ausreichende Vitamin- und vor allem Calciumversorgung außerordentlich wichtig. Diese dürfen auch öfter als o.g. gefüttert werden.  Als bewährtes Vitaminpräparat hat sich ‚Korvimin ZVT+Reptil erwiesen', erhältlich ist dieses Pulver beim Tierarzt oder in einigen Onlineshops. Anzumerken ist, dass Korvimin an sich ein hochkonzentriertes Medikament ist, man muss -gerade bei juvenilen Tieren- aufpassen, dass man nicht überdosiert, denn auch eine Hypervitaminose ist gefährlich (bei der Überversorgung zeigen sich fast identische Symptome wie bei einer Unterversorgung). Man nimmt eine Heimchendose, gibt die Menge an zu verfütternden Insekten rein, Vitaminpulver dazu, etwa schütteln und ab damit ins Terrarium.
Zusätzlich muss den Leopardgeckos Sepia, Muschelgrit oder ähnliches ... zur freien Verfügung angeboten werden.

6.Literaturtipp

Wenn man plant Eublepharis macularius  anzuschaffen, wird man um diese Bücher nicht rumkommen:

K. Grießhammer/ G. Köhler : Leopardgeckos. Pflege, Zucht, Erkrankungen, Farbvarianten (Herpeton Verlag, ISBN: 3936180172)

F.W. Henkel / W. Schmidt / M. Knöthig : "Leopardgeckos" (NTV, ISBN 3-931587-38-X)


© 2006 Sebastian Schenk - TerraSauria-Team
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